In keiner anderen Region der Schweiz werden Tradition und Brauchtum so intensiv gelebt wie im Appenzellerland. Im Kranzrock mit Kameeschmuck und Mailändertuch geht es zur «Stobete», dem Tanz mit Streichmusik. Ab Mitte Mai fahren Sennen in ihrer traditionellen Tracht mit den Tieren auf die Alp. Und im Herbst wird an den Viehschauen die schönste Kuh gekürt. Unser Brauchtum begleitet uns Jahr ein Jahr aus.
Das Silvesterchlausen ist im ausserrhodischen Hinterland, also in den Gemeinden Urnäsch, Herisau, Hundwil, Stein, Waldstatt, Schwellbrunn und Schönengrund, der eindrücklichste Winterbrauch.
Die Buben von Hundwil, Stein und Schwellbrunn ziehen jedes Jahr am eigentlichen Blochmontag, dem Montag nach Aschermittwoch (nach dem Sonntag Invocavit) ihren Bloch durch die Dörfer.
Am Funkensonntag wird Gidio auf einem geeigneten Platz in einem riesigen Feuer verbrannt. In Innerrhoden wetteifern die einzelnen Gebiete um Appenzell herum, wer den grössten Funken fertigbringt.
Die Alpfahrt ist für die Bauern auch heute noch ein wichtiger Festtag. Oft noch mitten in der Nacht, vielleicht um drei Uhr in der Früh, bricht man auf zum langen Marsch auf die Alp.
Während der Alpzeit finden in den inneren und den äusseren Rhoden gemütliche Alpfeste statt, die bei Einheimischen und Auswärtigen gleichermassen beliebt sind. Da spielt eine Appenzeller Streichmusik in Originalbesetzung.
Während der ganzen Alpzeit wird auf verschiedenen innerrhodischen Alpen am Abend der Betruf gesungen, indem ein Senn von einem günstigen Platz aus in singendem Ton ein Gebet durch einen Holztrichter ruft und so den Segen Gottes und die Fürbitte der Heiligen auf die Alp und das Land herabfleht.
«De Chlausezüüg» ist in letzter Zeit wieder recht beliebt geworden. Er ist ein pyramidenförmiges Gebilde aus Esswaren, die bis zu einer Höhe von einem Meter in einem Milchnapf aufgebaut und mit Chlausebickli und Devisli geschmückt werden.
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