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Alpfahrt und Alpabfahrt

Die Alpfahrt ist für die Bauern auch heute noch ein wichtiger Festtag. Oft noch mitten in der Nacht, vielleicht um drei Uhr in der Früh, bricht man auf zum langen Marsch auf die Alp.

Von weither hört man den orgelnden Wohlklang der drei aufeinander abgestimmten Senntumsschellen, das Zauren der Sennen, dumpfes Muhen und das giftige Gebell des Appenzeller Sennenhundes, den man im Volksmund Bläss nennt. Anfänglich nur schattenhaft, gegen den Tagesanbruch dann immer deutlicher erkennt man die grossartige Choreographie, der sich alle Alpfahrten unterziehen: Ein Bub in der Sennentracht führt ein Rudel der weissen, hornlosen Appenzeller Ziegen an, die von einem Mädchen in der braun- oder blaugestreiften Werktagstracht getrieben werden. Dann tritt, jeder Zoll ein König, der Senn in der Volltracht auf. An der linken Schulter trägt er den reichgeschnitzten Fahreimer, einen hölzernen Melkkübel, dessen Unterseite mit einem kleinen runden Gemälde, dem Bödeli verziert ist. Ihm folgen drei schöne Kühe, die die schweren Senntumsschellen an kunstvoll verzierten Riemen tragen. Vier Bauern in der Tracht marschieren vor dem Rest der Viehhabe, und die Pferdewagen mit den Alpgerätschaften und den Schweinen machen den Schluss des Zuges.



Ort: Überall an den Zugängen zu den Alpgebieten.
Zeit: Von Ende Mai an.
Dauer: Vom frühen Morgen bis in den Vormittag.
Teilnehmer: Bauern mit ihren Familien und Gehilfen.
Männer aus Urnäsch und Umgebung.

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